Schreibwerkstatt und Autorenlesung mit Nevfel Cumart

Zwischen Heimat, dem Gefühl des Fremdseins und der eigenen Identität

Eine interkulturelle Schreibwerkstatt sowie Autorenlesung mit dem türkisch-stämmigen Autor Nevfel Cumart

zwei welten

zwischen
zwei
welten
inmitten
unendlicher
einsamkeit
möchte ich eine brücke sein

doch kann ich
kaum fuß fassen
an dem einen ufer
vom anderen
löse ich mich
immer mehr

die brücke bricht
droht mich
zu zerreißen
in der mitte

Cumart Nevfel (1996): Zwischen Welten – Gedichte. Düsseldorf (Grupello Verlag).

Brücken bauen: Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Religionen. Das ist das Ziel des Schriftstellers Nevfel Cumart, dem unter anderem hierfür 2014 das Bundesverdienstkreuz am Bande von Bundespräsident Joachim Gauck verliehen wurde und der zuletzt 2016 den IHK-Kultur-Preis Literatur erhielt.
Und so kam Herr Cumart auch an unsere Schule, um im Rahmen einer Interkulturellen Schreibwerkstatt sowie einer Autorenlesung Brücken zu bauen zwischen Schülern und Schülerinnen und der Literatur, um Einblicke in seine Texte und die dahinterstehenden Motive zu gewähren und um Verständnis für Menschen zu wecken, die zwischen zwei Welten leben.
Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler der KI10b im Rahmen der Schreibwerkstatt Verfahren und Methoden des kreativen Schreibens kennen, die die erzählerische Kreativität anregen und ein geeignetes Textgerüst für das eigene Gedankengut bieten.
Mit wachsender Freude am Schreiben und Vertrauen in das eigene Können entstanden dabei kleine, individuelle literarische Kunstwerke, die die Lebenswelt und die Empathiefähigkeit der Schülerinnen und Schüler sowie deren sprachliche Kompetenzen zum Ausdruck bringen.
Im Rahmen einer Autorenlesung gewährte der Schriftsteller der Klasse Ki11c weiterhin Einblicke in die Entstehung seiner Werke. Zu Gedichten wie „dazwischen“ gab er dahinterstehende Motive preis, band die Schülerinnen in seine Vorüberlegungen ein und diskutierte an seinem eigenen Beispiel mit ihnen über Heimat, das Gefühl des Fremdseins sowie die Schwierig-keit, die eigene Identität zu finden.
Mit viel Humor, Einfühlungsvermögen und der stetigen Bemühung um eine individuelle Betreuung bot der türkisch-stämmige Schriftsteller den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, ihre Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. Getragen wurden die Veranstaltungen von einer wertschätzenden, offenen und konstruktiven Atmosphäre, die nicht zuletzt durch das aufgeschlossene und interessierte Auftreten des Autors entstand.
Dem Schriftsteller ist es zweifelsfrei in beiden Klassen gelungen, Brücken zu den Schülerinnen und Schülern zu bauen und sie für die Schönheit der eigenen Sprache sowie die Herausforderung der Identitätsfindung zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen zu sensibilisieren.

Text und Bilder:
StRin N. Fischer
Deutsch und Pädagogik/Psychologie


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